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AuDHS in der Pubertät: 7 wertvolle Tipps für Eltern

Vielleicht kennst du diese Tage, an denen du deine Tochter ansiehst und dich fragst, was gerade eigentlich los ist.

Gestern hat etwas noch wunderbar funktioniert. Heute ist dieselbe Kleinigkeit plötzlich zu viel. Ein falsches Wort, ein unerwarteter Termin oder eine Veränderung im Tagesablauf – und schon fühlt sich der ganze Nachmittag schwierig an.

Du möchtest deine Tochter verstehen, aber manchmal verstehst du selbst nicht mehr, was gerade passiert.

Und dann kommt vielleicht noch dieser Gedanke: Mache ich irgendetwas falsch?

Wenn Autismus und ADHS auf die Pubertät treffen, können viele Dinge gleichzeitig herausfordernd werden. Gefühle verändern sich, Freundschaften werden komplizierter, die Schule verlangt mehr Selbstständigkeit und der eigene Körper fühlt sich plötzlich anders an.

AuDHS in der Pubertät kann deshalb nicht nur für dein Mädchen, sondern auch für dich als Mama eine Zeit voller Fragen sein.

Vielleicht bist du schon lange mit dem Thema vertraut. Vielleicht kam aber auch alles ganz unerwartet.

Ich selbst weiß noch gut, wie überfordert ich anfangs mit all den neuen Begriffen und Fragen war. Nicht, weil ich alles falsch gemacht hätte, sondern weil ich vieles erst kennenlernen musste.

Heute ist mir vor allem eines wichtig: Du musst nicht auf alles sofort eine Antwort haben.

Vielleicht helfen dir diese sieben Gedanken, euren Alltag etwas entspannter und verständnisvoller zu gestalten.

1. Du musst nicht jede Veränderung sofort verstehen

Die Pubertät ist schon ohne zusätzliche Herausforderungen eine Zeit voller Veränderungen.

Deine Tochter entwickelt eigene Vorstellungen, möchte selbstständiger werden und braucht dich gleichzeitig vielleicht noch genauso sehr wie früher.

Manchmal möchte sie ihre Ruhe haben. Eine Stunde später sucht sie deine Nähe. An manchen Tagen erzählt sie dir alles, an anderen bekommst du kaum eine Antwort.

Vielleicht fragst du dich dann, ob dieses Verhalten zur Pubertät gehört, mit Autismus oder ADHS zusammenhängt oder einfach ein besonders anstrengender Tag war.

Du musst aber nicht jedes Verhalten sofort einer bestimmten Ursache zuordnen können.

Es darf auch Tage geben, an denen du einfach nur beobachtest und versuchst zu verstehen.

Statt sofort nach einer Lösung zu suchen, kann manchmal eine kleine Frage helfen:

„War heute etwas besonders anstrengend für dich?“

Vielleicht möchte deine Tochter antworten. Vielleicht auch nicht.

Beides darf erst einmal in Ordnung sein.

Manchmal brauchen unsere Mädchen einfach Zeit, um ihre Gedanken und Gefühle selbst einzuordnen.

Und manchmal brauchen wir Mamas genau diese Zeit ebenfalls.

Du darfst deiner Tochter Raum geben, ohne sofort eine Erklärung finden zu müssen.

2. Wenn nach der Schule plötzlich alles zu viel wird

Vielleicht hörst du beim Elterngespräch, dass deine Tochter in der Schule freundlich, ruhig und unauffällig ist.

Du freust dich darüber.

Gleichzeitig fragst du dich, warum es zu Hause so oft ganz anders aussieht.

Kaum ist sie durch die Tür gekommen, möchte sie nicht reden. Die Schuhe bleiben mitten im Flur liegen. Jede Frage scheint zu viel zu sein.

Für dich kann sich das anfühlen, als würde nach einem langen Tag direkt der nächste anstrengende Nachmittag beginnen.

Dabei lohnt es sich, den Schultag einmal aus der Perspektive deiner Tochter zu betrachten.

Stell dir vor, du müsstest über Stunden aufmerksam sein, Geräusche aushalten, mit anderen Menschen zurechtkommen, Regeln befolgen und dich immer wieder auf neue Situationen einstellen.

Und vielleicht möchtest du dabei auf keinen Fall auffallen.

Das kann unglaublich anstrengend sein.

Manche autistische Jugendliche und Mädchen mit ADHS versuchen, ihre Schwierigkeiten im Schulalltag möglichst wenig zu zeigen. Diese Anpassung wird häufig als Masking bezeichnet.

Doch nicht jeder schwierige Nachmittag muss automatisch Masking bedeuten. Manchmal spielen auch Hunger, Müdigkeit, Stress oder andere Belastungen eine Rolle.

Eine kleine Ankomm-Routine kann helfen

Vielleicht braucht deine Tochter nach der Schule deshalb nicht sofort ein Gespräch über Hausaufgaben, sondern erst einmal Zeit zum Ankommen.

Ihr könnt ausprobieren:

  • Etwas zu essen und zu trinken bereitstellen.
  • Fragen über den Schultag auf später verschieben.
  • Einen ruhigen Rückzugsort ermöglichen.
  • Bewegung, Musik oder ein Lieblingshobby anbieten.
  • Gemeinsam überlegen, wann Hausaufgaben und Termine am besten passen.

Nicht jedes Mädchen möchte nach der Schule allein sein. Manche suchen gerade dann Nähe.

Wichtig ist nicht die perfekte Routine aus einem Ratgeber, sondern das, was sich für deine Tochter gut anfühlt.

Und wenn du manchmal selbst eine Pause brauchst, darf auch das Platz haben.

3. Selbstständigkeit braucht manchmal Unterstützung

Vielleicht hast du deine Tochter früher bei vielen Dingen ganz selbstverständlich unterstützt.

Du hast ihre Kleidung ausgesucht, Termine geplant, an Routinen erinnert und Entscheidungen getroffen.

Doch irgendwann kommt dieser Moment, in dem sie selbst bestimmen möchte.

Vielleicht möchte sie andere Kleidung tragen, ihre Haare anders haben oder nicht mehr bei jedem Termin von dir begleitet werden.

Gleichzeitig können bestimmte Alltagsschritte weiterhin schwerfallen.

Gerade das kann für Eltern verwirrend sein.

Wie viel Selbstständigkeit kann ich ihr zutrauen? Und wann braucht sie noch meine Hilfe?

Vielleicht liegt die Antwort irgendwo dazwischen.

Du kannst deiner Tochter Entscheidungen ermöglichen, ohne sie mit allen Entscheidungen allein zu lassen.

Zum Beispiel:

„Möchtest du heute oder morgen Haare waschen?“

Oder:

„Möchtest du dir deine Kleidung selbst aussuchen oder sollen wir gemeinsam schauen?“

Auch bei größeren Entscheidungen kann es helfen, Möglichkeiten gemeinsam zu besprechen.

Dabei geht es nicht darum, jede Schwierigkeit aus dem Weg zu räumen.

Es geht darum, deiner Tochter zu zeigen: Du darfst Dinge selbst versuchen, und wenn du Unterstützung brauchst, bin ich da.

Selbstständig werden ist kein Wettlauf

Vielleicht siehst du andere Mädchen im gleichen Alter, die scheinbar schon viel mehr alleine erledigen.

Das kann verunsichern.

Doch nur weil etwas bei anderen Jugendlichen selbstverständlich aussieht, muss es für deine Tochter nicht genauso sein.

Jeder Mensch entwickelt sich unterschiedlich.

Deine Tochter darf in manchen Bereichen sehr selbstständig sein und in anderen noch Unterstützung brauchen.

Das macht ihre Fortschritte nicht weniger wertvoll.

4. Freundschaften dürfen anders aussehen

In der Pubertät bekommen Freundschaften für viele Mädchen eine neue Bedeutung.

Es entstehen Gruppen, Geheimnisse, gemeinsame Interessen und manchmal leider auch Missverständnisse.

Vielleicht hat deine Tochter eine einzige enge Freundin und ist damit glücklich.

Vielleicht möchte sie dazugehören, weiß aber nicht genau, wie sie Anschluss finden soll.

Oder sie kommt nach einem Treffen erschöpft nach Hause, obwohl sie sich eigentlich darauf gefreut hatte.

Als Mama möchtest du natürlich, dass deine Tochter Freundinnen hat, sich wohlfühlt und nicht ausgeschlossen wird.

Aber Freundschaft muss nicht für jedes Mädchen gleich aussehen.

Nicht jedes Kind braucht eine große Clique.

Nicht jedes Mädchen möchte jeden Nachmittag verabredet sein.

Und nicht jede Freundschaft muss so aussehen, wie wir Erwachsenen sie uns vorstellen.

Vielleicht ist eine einzige vertraute Freundin genau richtig.

Vielleicht braucht deine Tochter nach sozialen Treffen viel Zeit für sich.

Vielleicht findet sie Menschen mit ähnlichen Interessen eher außerhalb ihrer Schulklasse.

Zuhören, ohne sofort etwas lösen zu müssen

Wenn deine Tochter von einem Streit oder einer Enttäuschung erzählt, möchtest du wahrscheinlich am liebsten sofort helfen.

Vielleicht fallen dir direkt drei Vorschläge ein, wie sie die Situation lösen könnte.

Doch manchmal braucht sie zunächst etwas anderes.

Jemanden, der zuhört.

Jemanden, der ihre Enttäuschung ernst nimmt.

Jemanden, der nicht sofort erklärt, warum die andere Person sich vielleicht so verhalten hat.

Du könntest fragen:

„Möchtest du, dass ich einfach zuhöre, oder sollen wir gemeinsam überlegen, was du tun könntest?“

Eine kleine Frage, die viel verändern kann.

Denn deine Tochter darf ihren eigenen Weg finden, Beziehungen zu gestalten.

Und du darfst sie dabei begleiten.

5. Routinen dürfen auch in der Pubertät bleiben

Vielleicht denkst du manchmal, dass deine Tochter inzwischen alt genug sein müsste, um bestimmte Dinge allein zu erledigen.

Den Schulrucksack packen.

An Termine denken.

Die Morgenroutine schaffen.

Rechtzeitig ins Bett gehen.

Doch älter werden bedeutet nicht automatisch, dass jeder Alltagsschritt plötzlich leichter wird.

Gerade bei AuDHS in der Pubertät können vertraute Abläufe weiterhin eine hilfreiche Unterstützung sein.

Und daran ist nichts kindisch.

Auch wir Erwachsenen verwenden Kalender, Einkaufslisten, Erinnerungen und feste Gewohnheiten.

Warum sollten Jugendliche darauf verzichten müssen?

Struktur darf mit deiner Tochter mitwachsen

Vielleicht helfen ihr:

  • Ein übersichtlicher Wochenplan.
  • Eine feste Ablage für wichtige Schulsachen.
  • Handy-Erinnerungen für wiederkehrende Aufgaben.
  • Ein vertrauter Ablauf am Morgen oder Abend.
  • Ausreichend Zeit zwischen Terminen.

Wichtig ist, dass diese Hilfen zu ihrem Alter und ihren Wünschen passen.

Ein Teenager möchte vielleicht keine bunte Kindertafel mehr an der Zimmertür hängen haben.

Eine schlichte Liste auf dem Handy fühlt sich möglicherweise viel besser an.

Vielleicht möchte deine Tochter ihren Tagesplan inzwischen sogar selbst gestalten.

Und vielleicht braucht sie trotzdem manchmal eine freundliche Erinnerung.

Das ist kein Widerspruch.

Struktur soll nicht einengen, sondern den Alltag leichter machen.

Sie darf verändert werden, wenn sie nicht mehr passt.

Und manchmal darf ein Plan auch einfach ein Plan bleiben, selbst wenn der Tag anders verläuft.

6. Auch du als Mama darfst überfordert sein

Darüber wird meiner Meinung nach viel zu selten gesprochen.

Denn während du versuchst, deine Tochter zu begleiten, läuft dein eigener Alltag weiter.

Arbeit, Haushalt, Termine, Schule, Gespräche, Arztbesuche und all die kleinen Dinge, an die irgendjemand denken muss.

Und manchmal kommen Sorgen hinzu, die andere Menschen gar nicht sehen.

Wird meine Tochter in der Schule verstanden?

Findet sie ihren Platz?

Wie kann ich sie unterstützen, ohne ständig etwas falsch zu machen?

Vielleicht fühlst du dich an manchen Tagen stark und zuversichtlich.

An anderen möchtest du einfach nur deine Ruhe.

Beides darf nebeneinander existieren.

Du musst nicht jeden Konflikt geduldig lösen.

Du musst nicht auf jede Frage eine Antwort haben.

Und du musst nicht jeden Abend das Gefühl haben, alles richtig gemacht zu haben.

Was war heute eigentlich schon genug?

Vielleicht hilft dir eine kleine Veränderung in deinem eigenen Anspruch.

Frag dich nicht immer nur:

„Was hätte ich heute besser machen können?“

Frag dich manchmal auch:

„Was war heute eigentlich schon genug?“

Vielleicht habt ihr trotz eines schwierigen Tages gemeinsam gegessen.

Vielleicht konntest du deiner Tochter zuhören.

Vielleicht habt ihr euch nach einem Streit wieder angenähert.

Das sind keine Kleinigkeiten.

Und manchmal besteht ein guter Tag einfach darin, dass alle irgendwie durchgekommen sind.

Du darfst müde sein.

Du darfst Grenzen haben.

Du darfst Unterstützung brauchen.

Gerade wenn AuDHS in der Pubertät neue Herausforderungen mit sich bringt, ist es wichtig, dass auch deine Bedürfnisse nicht völlig untergehen.

Du bist nicht nur für andere da.

Du bist auch ein Mensch mit eigenen Gefühlen, Sorgen und Wünschen.

7. Dein Mädchen braucht keine perfekte Mama

Vielleicht vergleichst du dich manchmal mit anderen Eltern.

Mit Mamas, die scheinbar immer geduldig bleiben.

Die für jedes Problem einen Plan haben.

Die genau wissen, wie sie reagieren müssen.

Aber du siehst bei anderen Familien meistens nur einen kleinen Ausschnitt.

Du siehst nicht die schwierigen Abende, die Unsicherheit oder die Fragen hinter verschlossenen Türen.

Deine Tochter braucht keine Mama, die alles weiß.

Sie braucht jemanden, der sie ernst nimmt, ihr zuhört und bereit ist, gemeinsam mit ihr dazuzulernen.

Manchmal wirst du eine Situation falsch einschätzen.

Manchmal wirst du ungeduldig sein.

Und manchmal werdet ihr erst nach mehreren Versuchen herausfinden, was wirklich hilft.

Das bedeutet nicht, dass euer Weg falsch ist.

Es bedeutet, dass ihr miteinander lernt.

Auch nach einem schwierigen Tag darf es einen Neuanfang geben

Vielleicht gab es heute einen Streit.

Vielleicht hast du etwas gesagt, das du eigentlich anders ausdrücken wolltest.

Vielleicht hat deine Tochter sich zurückgezogen und du weißt noch nicht, wie ihr wieder ins Gespräch kommt.

Dann darfst auch du den ersten Schritt machen.

Ein einfaches „Vorhin war es schwierig. Wollen wir noch einmal miteinander reden?“ kann manchmal ein Anfang sein.

Nicht alles muss sofort geklärt werden.

Manche Gespräche brauchen Zeit.

Und manche Dinge werden erst leichter, wenn alle wieder etwas zur Ruhe gekommen sind.

Ihr müsst nicht denselben Weg gehen wie andere Familien. Ihr dürft euren eigenen finden.

Das ist vielleicht einer der wichtigsten Gedanken, die ich dir bei AuDHS in der Pubertät mitgeben möchte.

Was ich dir zum Schluss mitgeben möchte

Vielleicht bist du gerade erst dabei, dich mit Autismus und ADHS auseinanderzusetzen.

Vielleicht begleitet dich das Thema schon seit Jahren und trotzdem bringt die Pubertät immer wieder neue Fragen mit sich.

Vielleicht hast du heute einen dieser Tage, an denen einfach alles zu viel erscheint.

Dann möchte ich dir etwas sagen:

Du musst nicht heute schon wissen, wie die nächsten Jahre aussehen werden.

Du darfst unsicher sein.

Du darfst deine Meinung ändern.

Du darfst Fragen stellen und dir Unterstützung holen.

Und du darfst stolz auf die kleinen Fortschritte sein, die andere Menschen vielleicht gar nicht bemerken.

AuDHS in der Pubertät bedeutet für Familien nicht nur Herausforderungen. Es bedeutet auch, einander immer wieder neu kennenzulernen.

Deine Tochter verändert sich.

Du entwickelst dich als Mama weiter.

Und ihr dürft dabei beide euren eigenen Rhythmus haben.

Vielleicht geht es nicht darum, immer den geraden Weg zu finden.

Vielleicht geht es darum, an einer Weggabelung kurz stehen zu bleiben, nach links und rechts zu schauen und gemeinsam zu entscheiden, welcher Weg sich für euch richtig anfühlt.

Auch wenn dieser Weg anders aussieht als der anderer Familien.

Deine kostenlose Elternmappe „Ist es AuDHS?“

Vielleicht stehst du noch ganz am Anfang und fragst dich, ob Autismus und ADHS bei deiner Tochter eine Rolle spielen könnten.

Vielleicht hast du schon vieles beobachtet, weißt aber nicht, wie du deine Gedanken sortieren sollst.

Genau dafür habe ich meine kostenlose Elternmappe „Ist es AuDHS?“ vorbereitet.

Sie bietet dir eine erste Orientierung und Raum, deine Fragen und Beobachtungen festzuhalten.

Sie ersetzt keine fachliche Abklärung und stellt keine Diagnose. Aber vielleicht hilft sie dir dabei, etwas mehr Klarheit in deine Gedanken zu bringen.

Hier kannst du dir meine kostenlose Elternmappe „Ist es AuDHS?“ holen.

Du musst nicht alles auf einmal verstehen.

Manchmal reicht ein kleiner erster Schritt.

Und vor allem: Du bist mit deinen Fragen nicht allein. 💚

Alles Liebe

Annika-Lisa

AuDHS mit Herz – Von Mama zu Mama.